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Bericht Volksturnier 2022

Besondere Atmosphäre voll und ganz genossen

Die 25. Austragung des Zurzacher Volksturniers hat bei idealen Bedingungen dem Ruf als einzigartiges Pétanque-Volksfest alle Ehre gemacht.
(fs) – Für das Jubiläumsturnier – wie gewohnt am ersten Sonntag im September – war alles hergerichtet: 16 Felder beim Boulodrome, 6 entlang der Quellenstrasse und 10 weitere auf dem Weg durch den Kurpark. Um viertel ab acht Uhr war offizielle Besammlung, doch etliche der 59 Dreierteams fanden sich vorher ein. Es herrschte Ruhe vor dem Sturm. Dies änderte sich schlagartig, als die Poule- und Platzeinteilungen bei der Anmeldung ausgehängt waren. Nach der Begrüssung durch den Präsidenten Bernhard Erne nahm der Spielbetrieb seinen geregelten Verlauf.
Einheimische als Stammgäste
Für Denise Dietrich ist es Ehrensache, mit Simona Schneider und Vera Berz als Einheimische unter dem Namen „Chugeleschreck“ am Volksturnier teilzunehmen. Anfangs April 2022 besuchte sie einen Aufbaukurs. Dieser wurde von Urs Blöchlinger geleitet, der sich mit Willi Härig für die bewährte Tischführung zuständig zeigte. „Dabei habe ich gelernt, die Kugel in der Hand nicht mit dem Daumen und kleinen Finger zu berühren und dann leicht mit dem Schwungarm abzugeben.“ Als letzte Vorbereitung trafen sich die Frauen zweimal zum geheimen Training.
Wie sah es auf dem Kiesplatz aus? „Nach ausgeglichenem Verlauf haben wir klar verloren“, fasste Denise Dietrich die Startpartie zusammen. „Beim zweiten Einsatz feierten wir einen Sieg, weil unsere Ablagen den gegnerischen Schützen allzu sehr verunsicherten. So trafen wir in der Barrage nochmals auf die Equipe aus der ersten Runde, gegen die wir kein Brot hatten. Wir haben am Nachmittag die Trostrunde bestritten und bis zuletzt die besondere Atmosphäre voll und ganz genossen.“
Volksanlass im besten Wortsinn
Christophe Seiler aus Koblenz – mit Sohn Joel und Daniel Winter als „Les Chanceux“ (die Glücklichen) gemeldet – erwähnt das Spezielle: „Es ist ein Volksanlass im besten Wortsinn. Das heisst, ein offenes Zusammentreffen von Leuten, die gerne Pétanque spielen, dies aber nicht vereinsgebunden mit einer Lizenz wettkampf- und resultatgetrieben tun, sondern in erster Linie aus Spass an der Freude. Ich finde das Zurzacher Volksturner toll und reserviere mir nach Möglichkeit den ersten Septembersonntag, um hier zu sein.“
Zum Ambiente meint Christophe Seile, dass es nicht einfach ist, so schnell ganz unterschiedliche Personen zu finden, die entspannt beim gemeinsamen Hobby in stimmungsvoller Atmosphäre einen anregenden und erlebnisreichen Tag verbringen. Das Präzisionsspiel ist bekanntlich französischen Ursprungs, wovon die Fachbegriffe Zeugnis geben. Auch das kulinarische Angebot und die Hintergrundmusik war dem Nachbarland nachempfunden. Weil das spätsommerliche Wetter stimmte, fühlten sich die Anwesenden tatsächlich wie in (Süd-) Frankreich.
Eine Prise Ehrgeiz und Emotionen
Auf die Frage, was das Spiel mit den Stahlkugeln für einen Hobbyspieler so reizvoll macht, antwortet Christophe Seiler: „Von der Grundidee ist es denkbar einfach und es erfordert auch keine speziellen körperlichen Fähigkeiten. Trotzdem bietet Pétanque eine Vielzahl von taktischen Varianten und Möglichkeiten, sodass es immer interessant bleibt. Besonders reizvoll findet er das Triplette, sozusagen die Königsdisziplin. Der Wettkampfcharakter ist nicht zentral. Trotzdem findet er es spannend, sich mit anderen zu messen. Eine Prise Ehrgeiz und Emotionen gehören dazu. Ein kurzzeitiger Aerger über einen missratenen Wurf oder erlittenes Pech darf ebenso seinen Platz haben wie die Freude über genaues Setzen und erfolgreiches Wegschiessen einer fremden Kugel.
Bei allem Geschick und Können spielt der Faktor Glück eine gewisse Rolle, sodass die Ergebnisse nicht einfach vorhersehbar und manchmal überraschend sind. Dies musste Christophe Seiler am eigenen Leib erfahren. „Ich war Mitglied eines Teams, welches das Volksturnier einmal gewonnen hat. Und der zweite Platz Rang 2021 ist noch in guter Erinnerung. In anderen Jahren fiel der Erfolg bescheiden aus, und bei dieser Jubiläumsausgabe sind wir schon in den Gruppenspielen sang- und klanglos ausgeschieden. Natürlich ist Gewinnen angenehmer als Verlieren, doch letzteres gehört dazu und tut dem schönen Tag keinen Abbruch.“

 

 

Gute Laune vor der Trostrunde: Hinten von links Christophe Seiler, Joel Seiler, Daniel Winter; vorne von links Simona Schneider, Denise Dietrich, Vera Berz.

 

Rundgang über das Festgelände
Kurz vor Mittag gab es im nahegelegene Wäldchen plötzlich Jubelschreie, als einer Gruppe der entscheidende Punkt mittels grandiosem Wurf gelang. Dabei blieb sogar dem Gegner die Spucke weg. Das chinesisches Nudelgericht „Pe-Tong“ war in der Festwirtschaft mit 120 Portionen der Renner. Kurz nach ein Uhr kam die Meldung: Ausverkauft! Daneben gab es Zeit zum Fachsimpeln, entweder über Spielsituationen im vorherigen Match oder von Seiten der Zuschauer, wie und wo sie die nächste Kugel platzieren würden. Anlässlich des Jubiläums wurden 25 Flaschen Prosecco unter den Teilnehmenden verlost. Der Final hielt nicht ganz was er versprochen hatte. Dabei kassierte die Equipe aus Grenchen gegen den Kontrahenten aus Schaffhausen eine ernüchternde 0:13-Klatsche.

 

Link zum Leserbrief in der "Botschaft"


 

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